Lügen
und Weisheiten:

VON
DER NERZÖLKÖNIGIN ZUM KÜRISLOTTER:
Beim Kürbissetzen muß man wie gedruckt lügen, ist eine alte Volksweisheit,
damit die Aussaat besonders gut gelingt und die Ernte große Kürbisse
bringt. In den ersten Maitagen sollte man also in den Kürbisgegenden
besonders vorsichtig sein, wenn man auf Äckern säende Bauern etwas
fragt.
Viele
Legenden ranken sich um die Kürbisse. So wie die Geschichte mit
dem Kirchturm von St. Martin, von dem die Leute erzählen, daß
man fleißig Kürbiskerne setzen soll, um das Kirchenschiff mit
Hilfe von vielen Kürbissen wieder zum freistehenden Kirchturm
von St. Martin hinrollen zu können. Eine Bäurin sagte mir, daß
die Kerne nicht zuviel mit Erde bedeckt werden dürfen, damit sie
das Läuten der Betglocke hören können.
Eine
andereVolksmeinung ist, daß die Frauen beim Setzen möglichst breitbeinig
über den Acker gehen sollen, damit die "Kürbisplutzer" groß und
prall werden.
Eine
Tatsache aber sind die Kürbisgesichter, in der Steiermark Kürbislotter
genannt, die im Spätherbst beleuchtet vor manchen Höfen zu sehen
sind. Auch Strohpuppen mit Kürbisköpfen werden auf die Felder
oder eher als Anreiz für Kunden und Gäste vor das Haus gestellt.